Wie funktioniert ein Drehmomentschlüssel?

Ein Drehmomentschlüssel erinnert vom Aussehen her einer verlängerten Knarre aus einem Steckschlüsselsatz. Trotzdem unterscheidet er sich in seiner Funktionsweise. Mit solch einem Werkzeug ist es möglich, Schraubverbindungen mit einer exakten Kraft anzuziehen. Diese Kraft wird in der Mechanik Drehmoment genannt. Die Maßeinheit für das Drehmoment ist Newtonmeter, kurz Nm genannt. Die Maßeinheit Newtonmeter lässt sich am besten bildhaft darstellen. 1,0 Kilogramm Masse entsprechen 9,8 Newton. Wird jetzt ein Schraubenschlüssel mit einer Länge von einem Meter benutzt, muss am Ende des Hebels eine Kraft aufgebracht werden, die einer Masse von einem Kilogramm entspricht. In dem Fall beträgt das Drehmoment an der Schraube exakt 9,8 Newtonmeter.

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Funktionsweisen von Drehmomentschlüsseln. Die etwas günstigeren Modelle sind aus Federstahl hergestellt. Ein starrer Zeiger aus Metall befindet sich über einer im Halbkreis geformten Skala am Ende des Hebels. Beim Festziehen der Schraube wird der federnde Griff durch die höher werdende Kraft gebogen. Der Zeiger behält seine Position bei und zeigt dadurch den Wert auf der Skala an. So kann stets das aktuelle Drehmoment abgelesen werden. Diese Technik hat den Vorteil, dass kaum mechanische Komponenten an solch einem Drehmomentschlüssel vorhanden sind. Deshalb können solche Drehmomentschlüssel zu günstigen Preisen angeboten werden. Nachteilig ist jedoch, dass stets ein direkter Blick auf die Skala gewährleistet werden muss. Insbesondere bei Arbeiten an Fahrzeugen ist es mitunter schwierig, das Drehmoment exakt ablesen zu können.

Bei etwas hochwertigeren Drehmomentschlüsseln funktioniert es völlig anders. Es befindet sich darin ein Ratschenmechanismus wie in einer herkömmlichen Knarre. Der Mitnehmer, der in die Verzahnung greift, wird mit einer Feder vorgespannt. Dadurch springt er bei einer bestimmten Belastung über. Das Überspringen des Mitnehmers hört der Benutzer sehr deutlich. Zudem spürt er es in der Hand. Vorteilhaft an dieser Technik ist, dass Schraubverbindungen mit einem gewählten Drehmoment angezogen werden können, auch wenn keine freie Sicht zum Drehmomentschlüssel besteht. Derartige Werkzeuge werden auch als automatische Drehmomentschlüssel bezeichnet.

Bei den automatischen Drehmomentschlüsseln gibt es aber auch noch Unterschiede. Bei einigen Modellen befinden sich eine Skala auf dem Hebel und eine weitere Skala an dem drehbaren Griff. Am Hebel ist die Skala in der Regel in Zwölferschritten markiert. Die Einteilung am Drehgriff reicht dann von 1 bis 12. Zunächst wird der Wert am Hebel grob eingestellt. Die Feinjustierung erfolgt dann durch das Drehen des Griffs. Damit sich das zuvor eingestellte Drehmoment nicht versehentlich verstellt, befindet sich am unteren Ende des Hebels eine Kontermutter. Deutlich einfacher lassen sich Drehmomentschlüssel einstellen, die eine Anzeige direkt am Drehgriff haben. Daran lässt sich das gewünschte Drehmoment direkt ablesen. Einige Modelle sind sogar mit einem Lupenglas ausgestattet, damit das Ablesen erleichtert wird. Wenn Sie mehr zu Thema wissen möchten, schauen sie einfach auf drehmomentschluessel-vergleich.de vorbei.

 


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