Warum der Drehmomentschlüssel ein wichtiges Werkzeug ist

Drehmomentschlüssel_ist_wichtigDie Verschraubung gehört mittlerweile in zahlreichen Produktionszweigen und Branchen zum Alltag. Um die jeweiligen Verbindungselemente auch korrekt miteinander zu verbinden, braucht es die geeigneten Montagewerkzeuge. In der Regel kommen dann die üblichen Schraubwerkzeuge wie Ring-, Maul- und Steckschlüssel (oder auch Knarre, Ratsche) zum Einsatz. Bei diesen Werkzeugen ist der dabei übertragene Drehmoment jeweils abhängig von der physischen Kondition des Benutzers. Für die richtige Einstellung eines vordefinierten Drehmoments sind allerdings solche Werkzeuge völlig ungeeignet. Dazu bedarf es eines Spezialwerkzeuges. Dies gilt sowohl für Verschraubungen, die mit einer großen Vorspannkraft belastet werden müssen, als auch für Schraubverbindungen für die nur geringe Spannkräfte vorbestimmt wurden. Als Beispiel sei hier an die Montage mit empfindlichen Halbleitern bestückten Platinen von Mobilfunkgeräten oder in der Mikroelektronik erinnert. Aber auch die voranschreitende Entwicklung und Ausbau der Leichtbauweise im Fahrzeugbau, wo immer mehr Konstruktionswerkstoffe wie Aluminium, Magnesium oder Kunststoffe zum Einsatz kommen, führt gleichfalls zu einer Zunahme von exakt definierten Vorspannkräften. Die empfindlichen Schraubverbindungen dieser Leichtbau-Werkstoffe verfügen im Gegensatz zu den Stahlwerkstoffen über eine geringere Zugfestigkeit, die bei einer Überbeanspruchung zu erheblichen Schäden am Gewinde führen können.

Um ein solches Überdrehen oder Überdehnen von Verschraubungen zu verhindern, kommen verschiedene Konzepte zum Einsatz. Hier wird zwischen drehwinkelgesteuerte und drehmomentgesteuerte Anzugverfahren unterschieden. Beim drehwinkelgesteuerten Verfahren wird die Schraubverbindung in einem vorbestimmten Drehwinkel hergestellt. Dies geschieht mit Hilfe eines mechanischen oder elektronischen Messaufnehmer (oder auch Messgrößen-Aufnehmer). Dagegen wird beim drehmomentgesteuerten Verfahren das Drehmoment während des Anziehens gemessen bis der vorgegebene Sollwert erreicht ist. Diese physikalische Größe wird in Newtonmetern (Nm) angegeben. Bei einem Drehmomentschlüssel wird dieser Sollwert vorher eingestellt und durch ein Signal angezeigt (z. B. durch ein Knacken oder Klicken), wenn dieser Vorspannwert erreicht ist.

Knack- oder Klicksignale werden vor allem bei den mechanischen Drehmomentschlüsseln verwendet, die zu den einfacheren Modellen dieses Spezialwerkzeuges gehören. Bei elektronischen Drehmomentschlüsseln kommt hingegen ein akustisches Signal zum Einsatz. Beide bergen aber den Nachteil, dass bei sehr lauten Umgebungsgeräuschen diese Signalgeräusche recht leicht überhört werden. Deshalb bedarf die Arbeit mit ihnen eine sehr hohe Aufmerksamkeit und ein schnelles Reaktionsvermögen. Idealerweise sollten in diesen Fällen Drehmomentschlüssel, die mit einem zusätzlichen optischen Signal arbeiten, eingesetzt werden. Besonders hochwertige Drehmomentschlüsseln besitzen zu dem über eine Anzeige, auf dem der aktuell erreichte Drehmoment abgelesen werden kann. Andere Modelle blockieren oder rutschen durch, wenn das richtige Drehmoment anliegt. Diese Funktion wird auch als Slipper bezeichnet.

Zu lockere oder zu feste Schraubverbindungen sollten mit dem geeigneten Drehmomentschlüssel somit der Vergangenheit angehören. Außerdem können Drehmomentschlüssel einen wichtigen Beitrag hinsichtlich der eigenen Sicherheit leisten (z. B. beim Autoreifenwechsel). Die beispielsweise für das Arbeiten am eigenen PKW erforderlichen und vom Fahrzeughersteller festgelegten Drehmomente, sind in den Bedienungsanleitungen oder in den diversen Handbüchern des jeweiligen Kraftfahrzeug dokumentiert. Diese sollten dann auch peinlichst genau beachtet werden, da ein fehlerhaft eingestelltes Drehmoment zu erheblichen Folgeschäden führen kann.


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