Drehmomentschlüssel – Wie fest anziehen?

Die meisten „Hobbyschrauber“ werden einen geeichten Drehmomentschlüssel lediglich für den halbjährlichen Reifenwechsel verwenden. Der Reifenwechsel an sich ist normalerweise kein Buch mit sieben Siegeln. Zumindest die grundsätzlichen Regeln sollte jeder Autofahrer kennen. Allerdings kann die Montage mit einem falschen Werkzeug auch erhebliche Folgen haben. Zwar können die Reifen ebenso mit einem gewöhnlichen Radkreuz angezogen werden, aber selbst Profis haben danach Schwierigkeiten festzustellen, ob eine Radmutter nun richtig fest oder noch lose ist.

Wer über einen adäquaten Erfahrungsschatz hinsichtlich der richtigen Handhabung eines Drehmomentschlüssels besitzt, für den mag eine Tabelle über die Spannkräfte und Anzugsmomente vollkommen genügen. Der überwiegende Rest sollte dagegen die folgenden Tipps beherzigen, um auch möglichst zerstörungsfrei, die erforderlichen Schrauben und Muttern lösen oder anzuziehen zu können.

Die richtigen Werte für die Originalfelgen stehen in der Regel im Handbuch eines jeden Fahrzeugs. Bei montierten Zubehörfelgen stehen diese in den beigefügten Papieren. Generell bleibt festzuhalten, dass die Radbolzen auf Zug belastet werden. Durch das bloße eindrehen des Radbolzens in das Gewinde, wird eine gewisse Vorspannkraft erzeugt. Wird der Bolzen allerding zu fest angezogen, wird dadurch auch die vom Hersteller festgelegte Vorspannkraft überschritten und es kommt zum Abriss des Bolzens. Das richtige Drehmoment wird also durch die nötige Vorspannkraft beeinflusst. Zum anderen soll auch das selbstständige Lösen des Bolzens verhindert werden. Diesem wirkt die Reibung zwischen Bolzen und Gewinde entgegen. Die Angaben der Hersteller beziehen sich also auf die Drehmomente, die zur Überwindung der Reibung nötig sind und die Bolzen somit entsprechend vorgespannt bleiben.

Die Unsitte, die Radbolzen mit Fetten oder Ölen zu behandeln, um so ein besseres Lösen zu erreichen, sollte allerdings tunlichst unterbleiben. Denn ein dem entsprechend präparierter Bolzen, wird trotz korrektem Drehmoment, mit einer höheren Vorspannung ins Gewinde eingedreht. Es droht wiederum der Abriss. Denn durch das Öl entsteht weniger Reibung zwischen dem Gewinde und Bolzen und somit kann letzterer, auch bei einem korrekten Drehmoment, wesentlich weiter hinein gedreht werden. Der Bolzen erhält somit eine zu hohe Vorspannung. Aus diesem Grund sollten die Gewinde grundsätzlich völlig fettfrei gehalten werden.

Generell sollte sich vorher immer etwas Zeit genommen werden, um die richtigen Drehmomentwerte aus den Unterlagen heraussuchen und auch nur diese sollten dann anschließend verwendet werden. Denn im wahrsten Sinne des Wortes: „Das Leben könnte davon abhängen!“. Weitere Infos auf drehmomentschluessel-vergleich.de

 


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